Die Jahrtausendwende markierte einen Umbruch in der digitalen Gesundheitswelt. Der Einzug des Begriffs eHealth war dabei nur ein äusserliches Zeichen für diesen Umbruch (1).

00er Jahre – eHealth, Digital Health und mHealth

Um die Jahrtausendwende fand der Begriff eHealth Einzug in die Arena. John Mitchell umschrieb den Begriff 1999 an einer Konferenz in Sidney wie folgt:

Original - «cost-effectiveness of telemedicine and telehealth improves considerably when they are part of an integrated use of telecommunications and information technology in the health sector. … a new term needed to describe the combined use of electronic communication and information technology in the health sector... the use in the health sector of digital data - transmitted, stored and retrieved electronically - for clinical, educational and administrative purposes, both at the local site and at distance» (2).

Deutsch «Die Kostenwirksamkeit von Telemedizin und Telegesundheit verbessert sich erheblich, wenn sie Teil einer integrierten Nutzung von Telekommunikations- und Informationstechnologie im Gesundheitssektor sind. ... ein neuer Begriff, der notwendig ist, um die kombinierte Nutzung von elektronischer Kommunikations- und Informationstechnologie im Gesundheitssektor zu beschreiben ... die Nutzung von digitalen Daten - elektronisch übertragen, gespeichert und abgerufen - im Gesundheitssektor für klinische, pädagogische und administrative Zwecke, sowohl vor Ort als auch aus der Ferne.»(3) (deepl-Übersetzung).

 

Viele Initiativen wie diejenige der Europäischen Union (eHealth en) (4), der Schweizerischen Eidgenossenschaft (ehealth suisse) (5) oder der WHO (eHealth) (6) wurden zu Beginn dieses Jahrtausends initiiert. Der Fokus lag zumeist auf Informatikanwendungen, die ein elektronische Miteinander im Gesundheitswesen ermöglichen. (7) (8)

Mit der zunehmenden Digitalisierung und der Etablierung von Smartphones, Apps, mobilen medizinischen Geräten und Wearables im Alltag explodierten die Anwendungsmöglichkeiten. In Folge wurden zwei weitere Begriffe definiert, mHealth und Digital Health.

Die «Gleichung» von ehealthsuisse bringt es auf den Punkt: eHealth + mobil = mHealth. Obwohl IBM das erste sogenannte Smartphone auf den Markt brachte, vergingen noch vierzehn Jahre, bis mit dem ersten iPhone und vor allem mit dem App-Store Apple 2007 der grosse Durchbruch gelang. 2008 folgte dann das erste Android Smartphone. (9) Heute sind mehr als dreihunderttausend Gesundheit-Apps weltweit verfügbar. 
In jüngster Vergangenheit und vor allem auch als Folge der erstaunlichen Entwicklung des mHealth-Bereichs hat sich Digital Health als neuer Oberbegriff etabliert. Diese Entwicklung wurde auch in die EU-Initiative aufgenommen mit dem neuen Titel «eHealth: Digital health and care». Bei der WHO heisst es neu «eHealth – Global strategy on digital health». Die oftmals synonyme Verwendung der Begriffe eHealth und Digital Health trägt aber heute noch zu Konfusionen bei.

de digitale gesundheitswelt 2

UNDA24

UNDA24 positioniert sich mit ihren Projekten Resunda24 (Atmung) und Carunda24 (Blutdruck) klar im mHealth Bereich, liegt der Fokus doch auf der Entwicklung von hoch spezialisierten Geräten, die im Alltag kontinuierlich angewandt werden können und über eine mobile Anbindung verfügen. Mit einer offenen Schnittstelle zu Datenbankplattformen wird die Anbindung zur eHealth-Welt gewährleistet.

Globale Perspektiven

Digitale Lösungen sind heute im globalen Gesundheitsmarkt nicht mehr wegzudenken. Insbesondere im mobilen Bereich fand eine bemerkenswerte Entwicklung statt. Einer der Wegbereiter war die «Quantified Self» Bewegung (QS), die 2007 mit der Einführung von Smartphones von den beiden Wired-Journalisten Gary Wolf und Kevin Kelly gegründet wurde (10). Daraus etablierte sich unter anderem, dass der Patient ins Zentrum des Gesundheitswesens rückte. Dies wurde vor allem durch die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens ermöglicht (11). Gesundheitsapps ermöglichen heute das Tracken von verschiedensten Aspekten der Gesundheit und haben schon längst das Nischendasein verlassen. Aktuell wird innerhalb der WHO «Die Zukunft digitaler Gesundheitssysteme 2.0: sichere und inklusive digitale Gesundheitsangebote für alle» diskutiert (12).
Diese Dynamik, insbesondere im mobilen digitalen Gesundheitsbereich, wird durch optimistische Umsatzprognosen verschiedener führender Marktforschungsinstitute untermauert. Auf der Basis der Daten und Prognosen von sechs Instituten hat UNDA24 vier Szenarien mit unterschiedlichen durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten (CAGR) ab.

2020 berechnet. Die Werte von 2016-2019 entsprechen den gemittelten Werten dieser Institute.

moegliche marktentwicklung

Quellverweise:
(1) https://www.researchgate.net/publication/233840384_Telemedicine_telehealth_or_e-health_A_bibliometric_analysis_of_the_trends_in_the_use_of_these_terms
(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1761900/
(3) https://www.deepl.com/translator
(4) https://ec.europa.eu/health/ehealth/home_en
(5) https://www.e-health-suisse.ch/startseite.html
(6) https://www.who.int/ehealth/en/
(7) https://www.hanser-fachbuch.de/buch/Praxishandbuch+IT+im+Gesundheitswesen/9783446419490
(8) https://www.johner-institut.de/blog/medizinische-informatik/digital-health-e-health/
(9) https://appyourself.net/de/blog/die-geschichte-des-smartphones/
(10) https://www.wiwo.de/technologie/forschung/quantified-self-quantify-yourself/8450982-4.html
(11) https://www.m-werk.de/patientenzentrierung-der-weg-zum-gesundheitssystem-2-0/
(12) https://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2020/03/the-future-of-digital-health-systems-2.0-safe-and-inclusive-digital-health-for-all